Wie Servicequalität Einfluss auf unsere Rechenleistung hat

Lösen Sie bitte jetzt folgende Rechenaufgabe: € 54.- minus € 6,50. Punkt. Das war’s, ja. Ich gebe Ihnen noch einen Moment. Jetzt haben Sie es, ja?

Anscheinend gibt es einen Zusammenhang zwischen schlechter Qualität und der menschlichen Rechenleistung.

Nachdem ich einenRechnen 10er-Block für den Eintritt in ein lokales Strandbad gekauft habe und damit gleich den ersten Besuch abzwicken lasse, erlebe ich leider sehr schlechten Service. Die Dame an der Kassa faucht mich an, weil sie ein Tor aufsperren musste. Ich möchte mit meinem Sohn und dessen Kinderwagen das Gelände betreten und es ist nur durch dieses Tor möglich. Etwas später in der Kantine werde ich minutenlang erfolgreich vom herumstehenden Personal ignoriert. Nachdem ich mehrmals höflich um Bedienung bitte, meldet sich der Inhaber aus einer hinteren Ecke. Ein rüdes und lautes „Wos wülst denn, ha?“ (Zu Hochdeutsch: „Was willst denn, ha?“). Ich: „Ich suche eine Bedienung in der Kantine, damit ich meinem Sohn etwas zu essen und trinken kaufen kann.

Die weiteren Kommentare erspar ich Ihnen lieber. Der Wirt erklärte mir, dass dies kein Dauerbetrieb sei und nur zu bestimmten Zeiten geöffnet habe. Dies war allerdings nirgends ausgeschrieben. Zudem war das Gebäude geöffnet, zugänglich und es waren Leute da, die offensichtlich zum Arbeiten eingestellt wurden.

Nachdem dies alles vor den Augen meines 2 ½ Jahre alten Sohnes geschah, durfte ich höflich und respektvoll diesen Missstand und mein Wohlbefinden dem genervten Inhaber schildern. Ich erklärte auch, dass ich den 10er Block zurück geben werde und das Geld zurück haben möchte. Abzüglich des Kaufpreises für den heutigen Tag, versteht sich. Schließlich möchte ich ja, dass mein Sohn in späteren Jahren dies ebenfalls so gesittet handhaben soll. Er soll nicht gleich losbrüllen, die Kontrolle verlieren und vielleicht in eine Schlägerei geraten. Da lob ich mir meine Meditationsübungen, die mich geistig gestärkt haben 🙂

Weitere ungehaltene Kommentare des Inhabers folgten, doch nach einer Weile akzeptierte er die Rückgabe des 10er-Blocks. Ich soll dies an der Kassa erledigen. Gesagt getan.

An der Kassa angekommen, erkläre ich, dass ich den Block zurück gebe und nur den Tageseintritt bezahle. Der Block kostet € 54.- und der Tageseintritt € 6,50. Die Dame war ganz aufgewühlt und ließ sich das vom Chef telefonisch bestätigen. Er erklärte ihr, dass sie den Tageseintritt zu kassieren habe und danach mir die gesamte Summe des 10er-Blocks zurück erstatten soll. Da ich das Gespräch gehört habe, streckte ich ihr einen 100-Euro-Schein entgegen.

Meine Rechenkünste sind in der Regel recht gut, daher schlage ich ihr vor, dass ich ihr den Block gebe und sie mir nur mehr € 47,50 rausgeben soll. Dann ist es nicht notwendig mir auf den Hunderter raus zu geben und dann für den Block noch mal extra. Auch nach mehrmaligen Nachrechnen mit dem Taschenrechner!, konnte sie diesen Schritt nicht nachvollziehen.

Ergebnis: Ich bekam € 93,50 und dann noch die € 54.-. Und ich bin mir sicher, mein Sohn hat was gelernt. Hoffentlich nicht nur rechnen…

 

Herzlichst, Ihr Ronald Hanisch