Ganz ohne Planung geht es nicht

Heute mag es den Anschein haben, dass Planung in Projekten keinen Sinn mehr macht und wir am besten gleich darauf verzichten sollen. Das möchte ich explizit verneinen. Ohne Planung, ohne Ziele rennen wir wild drauf los, ohne uns darüber Gedanken zu machen wohin wir genau wollen und welche Möglichkeiten uns bei der Umsetzung dienlich sein könnten.

Wie eine Reiseplanung

Globus PlanungDazu ein ganz einfaches Beispiel: Wir entscheiden uns, nach Italien zu fahren. Die ungefähre Richtung ist ja bekannt: Gen Süden! Also rennen wir los. Je nach Naturell passiert dann folgendes: Entweder werden wir gleich nach der Grenze in Tarvis gemütlich Espresso trinken und das Gefühl genießen, angekommen zu sein. Oder wir rennen blind weiter, geraten bei Neapel in eine verzwickte Abzweigung, folgen einer sehr gefährlichen Strecke, auf der wir so allerlei erleben, das wir gerne hätte vermeiden wollen, stellen fest, dass wir in die falsche Richtung gefahren sind, müssen die unangenehme Strecke zurückfahren, um endlich wieder die richtige Fahrt in Richtung Süden aufzunehmen.

Wenn wir zuerst planen, werden wir zuerst besprechen, wohin genau wir fahren wollen. Nach Calabrien zum Beispiel, genauer, nach Tropea. Dann bietet es sich an ein entsprechendes Auto zu nehmen, eventuell eine Unterkunft zu buchen und sich die Streckenführung vorher genau anzuschauen. Mit einer solchen Planung sparen wir uns viel Zeit, Kosten und Ärger. Übertragen auf das Projektmanagement heißt das: Natürlich sollten wir so gut planen wie eben möglich. Nur müssen wir uns schon bei der Planung darauf einstellen, dass vieles anders kommt, als gedacht.

Projektmanagement ist heute permanentes Change-Management

Kluge Unternehmen stellen deshalb dem Projektleiter einen zusätzlichen Änderungsmanager (oder einen Kostencontroller) zur Seite, der die Änderungen täglich dokumentiert: Wer hat welche Änderungen verursacht? Und warum? Das ist am Ende wichtig, um die gemeinsam bewältigte Strecke nachvollziehen, die entstandenen Kosten zuordnen und bestmöglich aus den gesammelten Erfahrungen lernen zu können.

 

Herzlichst, Ihr Ronald Hanisch

 

PS: Mehr dazu im Buch „Das Ende des Projektmanagements