Krakau – ein Reisebericht

Krakau, vor nicht all zu lange Zeit, Starbucks Coffee-Shop:

Nach zwei Tagen Vorträge zu Leadership und Management sitze ich hinter Glasscheiben und kann die vorbeiziehenden Menschen beobachten, während ich diese Zeilen schreibe.

Wenn ich mir früher das polnische Krakau vorgestellt habe, hat dies in mir Bilder des typischen Ostblocks aufpoppen lassen. Und ich wurde bei dieser Reise nicht enttäuscht. Die Frage nach der selbsterfüllende Prophezeiung stellt sich hier deutlich dar.

Die Reise beginnt in Wien und ich treffe zwei Kollegen am Flughafen. Fernanda und Andreas sind ebenfalls Teil der Veranstaltung. Wir besteigen das zweimotorige Irgendwas für 60 Personen, jeder Platz ist gefüllt und los geht’s in Richtung Polen.

Je kleiner das Flugzeug, umso mehr Informationen erhält man über das Wetter, das mit diesem Flugzeug entsprechende Spielchen treibt. Und wir erfahren an diesem Tag sehr viel über die aktuellen Wetterverhältnisse. Obwohl ich die letzten sechs Monate ca. 50 Flüge hinter mich gebracht habe, kommt das erste Mal Übelkeit auf. Es soll nicht die letzte an diesem Tag sein.

Um ca. 11 Uhr landen wir in Krakow Balice.

Vom Flughafen ins Hotel haben wir den verrücktesten Taxifahrer als kreischende Gäste begleitet. Unglaublich wie er die vierspurige Autobahn in 35 Minuten bewältigt hat. „It’s Rush-hour, of course…“

Fernanda probiert am Hintersitz sitzend mit Händen und Füßen das Fahrzeug zu bremsen und Andreas bekommt von ihren Zuckungen die ersten Schläge ab. Schweißgebadet angekommen, sehe ich alte Gebäude, Schmutz und nicht fertig gestellte Hochhäuser die Unmengen an wertvollen Ressourcen wie Stahl nicht mehr freigeben wollen – und es stinkt.

Nachdem die zweite Übelkeit, diesmal von der Fahrt, nachgelassen hat und in einen Lachkrampf übergegangen ist, es ist wohl eher die hysterische Freude überlebt zu haben, geht es rein ins Hotel. Und ich erfahre von der Dame an der Rezeption, dass erstens mein Zimmer frühestens in 2 Stunden frei wird und es zweitens heute kein Essen im Hotel gibt.

Ärgerlich. Ich sollte sofort los um pünktlich bei der Veranstaltung zu sein. Essen ist jetzt eh nicht möglich. Mir ist noch immer Übel vom Auf und Ab in der Propellermaschine, von der kontrollierten Bruchlandung und der Taxifahrt im Stile des französischen Films „Taxi-Taxi“.

Andreas erzählt, dass es besser ist zuerst gute Nachrichten und dann erst schlechte von sich zu geben. Dies ist deswegen so, weil, wenn man zuerst negative Nachrichten erfährt, die Stimmung weitaus schlechter ist, als wenn man zuerst die guten erfährt.

Zähne

Wenn mir also mein Zahnarzt bescheinigt, dass 30 Zähne echt super sind und erst danach mitteilt, dass die anderen zwei so zerstört sind, dass nichts mehr zu retten ist, dann soll trotzdem alles gut sein! Was soll´s, dafür sind dreißig andere super! Trotzdem Aua… Warum das jetzt wichtig ist? Ist es nicht.

In einem meiner nächsten Blog’s geht es um eine Bar Wizma, Hochzeits-Crasher und was für den Mood-Level gar nicht förderlich ist. Auch wenn der Start der Krakau-Reise nicht optimal begann, die Stadt ist echt toll… Dazu später mehr.

 

Do widzenia Krakow, Ihr Ronald Hanisch