Wie viel Machtkapital ist notwendig?

Junge FührungskraftJunge, unerfahrene Führungskräfte in größeren Unternehmen stehen vor den Herausforderungen, erfahrenen Kollegen Anordnungen zu geben und Mitarbeiter zu führen. Dabei laufen sie oft ins Leere. Besonders dann, wenn der Nachwuchs zum ersten Mal in einer Führungsposition ist und sie in eine gewachsene Unternehmenskultur einsteigen. Dann besitzen Sie in der Regel zu wenig Machtkapital.

 

Was bedeutet „Machtkapital“?

Unter Machtkapital verstehe ich Fähigkeiten wie Erfahrung, soziale Kompetenz, Charisma, herausragende Kommunikation und Netzwerken. Je höher die einzelnen Fähigkeiten, desto höher das Machtkapital, also der Einfluss in der jeweiligen Organisation.

Hohes Machkapital bedeutet hohe Einflussnahme

 

Wozu wird hohes Machtkapital benötigt? 

Wenn Sie in Organisationen nicht den entsprechenden Status besitzen, dann wird Ihnen niemand zuhören. Wenn Sie kein Gehör finden, schließt sich Ihnen niemand an. Ohne Team werden Sie nur sehr schwer große Aufgaben bewältigen können. Und Ziele sollten bekannterweise groß sein. Das heißt, Sie benötigen immer Kooperationspartner, Mitarbeiter, Kollegen, Teamplayer.

Einflussnahmen benötigen Sie, um Ziele zu erreichen

Folgende sieben Arten von Machtkapital stelle ich hier vor, die Sie einsetzen können um das eigene Machtkapital zu erhöhen:Machtkapital

Wenn Sie sich in keinem der genannten Arten wiederfinden, dann haben Sie definitiv zu wenig Machtkapital und damit keinen Einfluss in Ihrem Bereich.

 

Einfluss steigern

Was können unerfahrene Führungskräfte tun, um mehr Einfluss zu erlangen?

 

TeamMachtkapital von erfahrenen Führungskräften

Warum macht es vielen erfahrenen Führungskräften zu schaffen, wenn Entscheidungsträger im Hintergrund vorherrschen?

Sogenannte „graue Eminenzen“ sind meist langjährige Mitarbeiter, die das System sehr gut kennen und oft sehr gute Beziehungen zum Top-Management pflegen. Die Kontakte entstanden durch erwiesene Gefälligkeiten. Wenn es oft nicht offensichtlich scheint, doch der mit dem besten Netzwerk ist oft derjenige, der die Entscheidungen trifft.

Entscheidungswege sind hin und wieder schwer rationell nachvollziehbar und haben oft politische Hintergründe. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass die Hintermänner boshaft gegen das Unternehmen wirken.

Es kann allerdings durchaus vorkommen, dass aus bestimmter Eigenmotivation Entscheidungen gelenkt werden und es dadurch zu Schäden in Projekten / Projektteams kommen kann. Besonders schwierig wird es dann, wenn man diesen Kollegen gegen sich hat. Umso wichtiger ist es, diese Hintermänner zu kennen und sie auf seiner Seite zu haben. Erhöht zumindest die Chance gut informiert zu sein.

Schneller informiert durch graue Eminenzen

Sollte es nicht möglich sein mit diesem Kollegen zu kooperieren bzw. man dadurch einen gewichtigen Gegenspieler hat, dann hilft erfahrungsgemäß ein offenes und persönliches Gespräch mit dem- oder derjenigen.

 

Was tun, wenn ich die Hinterleute nicht kenne?

Um Machtkapital aufzubauen, ist es unumgänglich die „Silberrücken“ des Unternehmens aufzuspüren. Nehmen Sie sich Zeit um mit den Mitarbeiter und Kollegen zu reden. Schnell werden Sie ein Gefühl dafür bekommen, wie die Kommunikationswege beschaffen sind. Eine direkte Frage wie „Wer sind die Informanten?“ ist hier logischerweise zu vermeiden. Haben Sie Zeit für die Bedürfnisse, Sorgen und Mitteilungen der Kollegen und filtern Sie, was Sie erfahren. Oft erhalten Sie zudem noch sehr gute Ideen, die Sie gleich in die Tat umsetzen lassen können. Das bringt gleich weitere Motivation – für die Kollegen und das Team.

 

SilberrückenWie werde ich ein „Silberrücken“?

Hintermänner sind meist schon langdienende Mitarbeiter. Sie investieren viel Zeit in das „Assistentinnen-Netzwerken“. Zu recht.

Ein heißer Tipp für die „grauen Eminenzen“ sind lang dienende Sekretärinnen und Assistentinnen bzw. deren männliche Vertreter! Personen aus diesem Berufsstand haben Informationen aus erster Hand, beherrschen die hohe Kunst der Subversion und können Botschaften ganz gezielt verteilen.

 

Aus welchem Grund gibt es diese informellen Strukturen überhaupt?

In der Zusammenarbeit von Organisationen, sind Kommunikationsstrukturen von großer Bedeutung. Da die offiziellen Strukturen nicht alles abdecken können, sind informelle Strukturen unvermeidlich. Es lassen sich auch nicht alle Strukturen und Abläufe niederschreiben und standardisieren. Persönliche Beziehungen folgen einer eigenen Dynamik und doch in Abhängigkeit der offiziellen Vorgaben.

Informelle Strukturen ermöglichen funktionierende Abläufe

Reine „Dienst nach Vorschrift“ wird erstens als Drohung verstanden und zweitens funktionieren die Abläufe dann nicht mehr ohne (Informations-) Verlust. Was hierbei noch bedacht werden muss ist die Tatsache, dass Eigenengagement erwünscht ist und erst eine Art von Firmenkultur entstehen lässt. Kluge Führungskräfte und Topmanager akzeptieren diese Tatsache und handeln entsprechend.

Je größer das Unternehmen, um so wichtiger sind diese informellen Strukturen und um so höher sollte ihr Machtkapital sein. Zahlen Sie permanent auf das persönliche Konto des Machtkapitals ein. Das geht nicht von heute auf morgen – das benötigt Zeit. Bleiben Sie dran.

 

Ihr Ronald Hanisch

 

 

Subversion: Link zu Wikipedia; Text vgl. Hartmut Volk/DER STANDARD; Printausgabe, 30.4./1.5.2011, Interview mit Wolfgang Mayrhofer;