Interview mit Dominik Fürtbauer

In diesem Blog darf ich ein Gespräch mit einem high Potential der neuen Generation, den Digital Natives, weitergeben. Im Interview mit Dominik Fürtbauer wollte ich seine Gedanken und Ansätze erfahren. Dominik ist im Jahr 1989 geboren und seit 2012 führt er erfolgreich eine Werbeagentur. Lesen Sie hier, was er zu sagen hat.

 

rh: Dominik, es heißt, die Digital Natives ticken anders als die Generationen davor. Wie siehst du das, als Vertreter der jungen Generation?Dominik Fürtbauer

Wenn wir die heutige Arbeitswelt etwas genauer unter die Lupe nehmen, fällt uns auf, dass die aktuelle Gesellschaft in mehrere Generationen aufgeteilt ist. Jede Generation ist mit einem anderen Technologiefortschritt aufgewachsen und hat unterschiedliche Arbeitsweisen kennengelernt. Wir, die Digital Natives, sind mit sozialen Netzwerken (Facebook, Whatsapp, Youtube etc.) und mobilem Internet auf Smartphones groß geworden. Dies bedeutet, dass wir den größten Teil unseres Alltags online verbringen.

In deinem Buch „Das Ende des Projektmanagements“ schreibst du: „Die Generation Y, Y steht für Why? Also Warum?“. Da triffst du genau ins Schwarze, denn unsere Generation ist bekannt dafür, alles zu hinterfragen. Weshalb wir auch gelernt haben, wie wir aktuelle Technologien zielgerichtet einsetzen können, um möglichst schnell an Information aus aller Welt zu kommen und Fachwissen aufzubauen. Die digitale Vernetzung von unterschiedlichen Lebensbereichen spielt in der jungen Generation eine wesentliche Rolle. Wir sind nicht schlauer als die Generationen vor uns, wir wissen nur wo und wie wir nach Antworten auf unsere Fragen suchen müssen.

rh: Was denkst du, sind die größten Unterschiede zwischen dem Arbeiten wie es die Älteren und die Jungen verstehen? (und auch warum)

Der übliche Arbeitsablauf, in der Früh im Unternehmen erscheinen und Abends heimfahren, fällt fast gänzlich weg. Die heutigenTechnologien ermöglichen es uns, dass wir ortsunabhängig arbeiten können. Unser Büro wird nur bei Bedarf genutzt. Ansonsten arbeitet jeder von zu Hause aus. Mit Hilfe von Cloud-Diensten wie z.B. Google Drive können mehrere Personen gleichzeitig an einem Dokument arbeiten und dank Diensten wie z.B. Hangout und Skype dabei auch miteinander kommunizieren.

Die junge Generation organisiert sich gänzlich anders als die Generationen vor uns. Kernarbeitszeit oder Anwesenheitspflicht ist im Unternehmen kaum notwendig. Wir arbeiten WANN und WO wir wollen. Das fordert natürlich großes Vertrauen vom Arbeitgeber und kaum ein Chef der älteren Generation wagt sich zu diesem Schritt.

Die innere Kündigung gibt es in unsere Welt nicht, denn wir wählen unseren Arbeitgeber nach gewissen Kriterien aus. Das Wohlbefinden, der Sinn der Arbeit und die Selbstverwirklichung im Unternehmen stehen bei vielen meiner Generation ganz oben.

rh: Wie unterscheidet sich die Zusammenarbeit mit Kunden deiner Alterskohorte und der älteren Generationen?

Das beginnt bereits bei der Akquise. Bei Unternehmen mit junger Führung erfolgt der erste Kontakt meist online z.B. auf Facebook. Man führt einen kurzen Smalltalk, tauscht sich aus und anschließend bespricht man Synergien und führt Kooperationsgespräche. Auch der weitere Projektverlauf läuft ähnlich ab. Man kommuniziert über Facebook, Skype oder Whatsapp. Tauscht Daten über Cloud Dienste aus etc.

Das Bewusstsein für neue Medien ist bereits vorhanden. Dies beschleunigt natürlich die Startphase eines Projekts im Vergleich zu einem Projekt, indem man bei der älteren Generation zuerst Bewusstsein schaffen und Abläufe im Unternehmen anpassen muss.

rh: Du hast bereits Mitarbeiter in deinem Unternehmen. Was ist dir wichtig in der Zusammenarbeit?

In meiner Werbeagentur sind 4 Personen fix angestellt. Alle Anderen sind eigenständige Unternehmen mit denen wir auf Kooperationsbasis gemeinsam an Projekten arbeiten. Für mich ist es wichtig, dass alle Generationen als Einheit an einem Ziel arbeiten und sich eigenständig organisieren. Gegenseitiger Respekt ist das A und O. Das größte Problem, das ich in Unternehmen beobachten kann, ist das Misstrauen gegenüber jungen Angestellten.

Beispiel:

„Ich arbeite seit 20 Jahren in diesem Betrieb und jetzt will mir ein Jungspund erklären, dass sich der Vertrieb verändert“. Solche Denkweisen haben bei mir keinen Platz. Jede Generation hat Erfahrungen und Ideen,  die man untereinander besprechen und zielführend einsetzen kann.

Mir ist auch völlig egal, wie viele Stunden meine Mitarbeiter monatlich arbeiten. Ich habe auch keine Software für die Zeiterfassung im Einsatz. Für mich zählt das Ergebnis und ich verlange von jedem Mitarbeiter, dass er erfolgsorientiert und ehrgeizig arbeitet. Im Gegenzug passe ich mich als Arbeitgeber an die jeweiligen Bedürfnisse meiner Mitarbeiter an, um absolute Zufriedenheit im Job garantieren zu können. Mitarbeiter die sich wohlfühlen, leisten mehr 🙂

rh: Was unterscheidet die Leistungen deines Unternehmens bzw. deiner Dienstleistung von den anderen?

Als ich mich mit meiner Werbeagentur selbstständig gemacht habe, wurde mir in den ersten Jahren als Business Consultant bewusst, wie überfordert Unternehmen mit der neuen Arbeitswelt und der neuen Generation sind. Das betrifft Marketingabteilungen, die Führungsebene, Personalchefs, sowie den klassischen Vertrieb.

In meinem Unternehmen arbeiten unterschiedlichste Generationen Hand in Hand (Alt lernt von Jung und umgekehrt), mit dem Ziel gemeinsam erfolgreiche Ergebnisse zu erzielen. Als Vertreter der Digital Natives kennen wir die Bedürfnisse und Anliegen unserer Generation an die Unternehmen. Durch das vereinte Wissen aller Generationen kennen und verstehen wir beide Arbeitswelten, Sichtweisen und Herausforderungen. Somit können wir uns in jede Ausgangslage unserer Kunden versetzen und erfolgversprechende Projekte durchführen.

rh: Kennst du dein „Warum“? Warum tust du, was du tust?

Die meisten Unternehmen sind skeptisch gegenüber neuen Medien. Der häufigste Grund ist: Unwissenheit. Schafft man im Unternehmen digitales Bewusstsein und Verständnis für die neue Arbeitswelt, verfliegt die Skepsis. Sobald dieser Schritt geschehen ist, lässt sich feststellen, dass die ältere Generation extrem lernwillig ist, um an der Digitalisierung teilnehmen zu können. Schritt für Schritt eignen sich diese die Arbeitsmittel (Facebook/Whatsapp/Cloud Dienste) meiner Generation an und optimieren bestehende Arbeitsprozesse.

Daran teilhaben zu dürfen, wie Mitarbeiter über sich hinauswachsen, neue Ziele erreichen und Begeisterung für neue Medien zeigen macht einfach Freude. Ich finde es ebenso immer wieder spannend, mit Vertretern unterschiedlichster Generationen an Projekten zu arbeiten. Ich lerne dadurch nie aus 🙂

 

Herzlichen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg, lieber Dominik.

 

Ihr Ronald Hanisch

 

Dominik Fürtbauer ist Experte für digitalen Markenaufbau in Social-Media-Kanälen und beschäftigt sich mit dem Thema „Social Media Marketing“. Als zertifizierter Social-Media-Manager unterstützt er Unternehmen bei der Strategieentwicklung und der Umsetzung von Social-Media-Kampagnen. In seinen Vorträgen spricht er über den Wandel der Gesellschaft und das daraus resultierende veränderte Konsumverhalten der jüngeren Generation im Internet sowie darüber, weshalb Unternehmen künftig nicht auf Social Media Marketing verzichten können.

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