Digitale Erlöser oder doch Generation Aufgeblasen?

 

Seit einigen Jahren erfahren wir, wie moderne Methoden das Arbeiten leichter, schneller und besser machen sollen. Die technischen Möglichkeiten machen quasi alles möglich. Und dann ist da noch eine neue Generation Mensch. Die Digital Natives. Sie werden quasi als die Erlöser der Arbeit dargestellt.

focus-407244_1920Selbstdarstellung der Jungen

Ich bin immer wieder erstaunt, wie junge Menschen mit vielleicht zwei, drei Jahren Praxis erklären, wie Arbeit heute funktioniert. Von Vertretern der Digital Natives selbst höre ich: „Durch das www sind wir ständig am neuesten Stand“ und im Nachsatz: „…für Themen die uns interessieren.“ Dazu wird erklärt, dass über die sozialen Netzwerke permanenter Austausch stattfindet. Auch interessant: „Uns junge Menschen zeichnet aus, dass wir kreativ und innovativ sind, weil wir das auf der Uni gelernt haben.“

Dies wird als Kompetenz angepriesen um bei Arbeitgeber zu punkten. Und irgendwie bekommen Ältere das Gefühl, selbst nicht kreativ und innovativ zu sein. Auch wenn viele Erfindungen auf die Kappe dieser Generation geht. Und oft ganz ohne universitärer Ausbildung – oder gerade deswegen…

Ablehnung seitens der älteren Generation

Diejenigen, die mich kennen wissen, dass ich die Vorzüge der neuen Generation den älteren Damen und Herren ans Herz lege und für Offenheit plädiere. Doch solche Aussagen, wie gerade gelesen, von deren Vertretern selbst zu hören, stößt dann doch bei einigen Erfahrenen auf Ablehnung. Ich kann das nachvollziehen. Das wirkt arrogant. Es hört sich an, als ob die Jungen die Arbeit erfunden hätten und mit wenigen Monaten Erfahrung erklären wollen, was tatsächlich Sache ist.

Die Praxis

In der Praxis sieht das leider anders aus. Es kann durchaus sein, dass der Erfolg eines Vorhabens erst durch nicht so spannende Tätigkeiten gelingt. Doch das wollen die Jungen ja nicht. Sie wollen Abwechslung.

Heute ist es in großen Unternehmen nach wie vor notwendig, die Verstrickungen und Machenschaften kennen zu lernen um die Wege der Entscheidungsfindung zu verstehen. Das kann dazu führen, dass gute Ideen erst gar keine Chance bekommen. Und besonders dann, wenn es von unbekannten, jungen Mitarbeitern kommt, die die Kunst des Eigenmarketings nicht kennen bzw. beherrschen.

Etwas euphorisch?

Was nützt es, Informationen im Netz finden zu können, wenn diese nicht die aktuellen Probleme lösen. Was bedeutet es mit vielen Freunden in Kontakt zu sein und beim persönlichen Gespräch kläglich zu versagen. Was hilft es innovativ zu sein, wenn die Idee vom, meist älteren, Auftraggeber abgewiesen wird.

Vorteile nutzen

Den Digitalen Vorteil nutzen

Die Stärken der jungen Generation nutzen

Unternehmen können es sich nicht leisten, auf Nachwuchsführungskräfte zu verzichten. Neue Ideen kommen tatsächlich oft durch ungetrübte Blickwinkel.

Die Erfahrungen der Älteren sind in vielen Bereichen notwendig, damit Unternehmen funktionieren. Diese Erfahrungen erwirtschaften das notwendige Budget, damit Unternehmen existieren können. Es braucht also beide Vertreter. Anders als früher muss es jetzt eine Begegnung auf Augenhöhe und voller Respekt sein.

Die junge Generation als Erlöser zu bezeichnen, würde zu viel Druck ausüben. So viel Verantwortung kann sie nicht tragen. Doch die Stärken im Umgang des www und den technischen Möglichkeiten sollte ganz bewusst genutzt werden.

 

Ihr Ronald Hanisch