Ein Team aus faulen Hunden und Frühaufsteher

Es gibt Tage, an denen gelingt einfach alles. Ich fühle mich gut, emotional erlebe ich ein Hoch und weiß sogar Antworten auf Fragen die nicht gestellt wurden. Es gibt aber auch Tage an denen so gar nichts gelingt und meine Kreativität wie verschwunden scheint. Um solche Situationen und Zustände zu erklären, wird gerne der Biorhythmus herangezogen. Laut diesem Rhythmus haben wir alle mal Höhen und Tiefen zu erleben.

In Projekten habe ich immer wieder mit Teammitglieder zu tun, die sich bei den Leistungshochs unterscheiden. Seit dem ich den Teammitgliedern ihre persönliche Zeiteinteilung überlasse, ist die Performance dramatisch gestiegen. Drei unterschiedliche Typen konnte ich erkennen. Ich nennen sie liebevoll

Biorhythmus Early BirdDer Early-Bird-Typ

…ist in aller Früh schon munter und gleich bei guter Laune. Er kann einen Morgenmuffel, mit seiner positiven Stimmung und dem Drang am Morgen schon zu quatschen, regelrecht auf die Palme bringen. Zwischen 9 und 10 ist das Leistungshoch erreicht, in der er einer Tätigkeit nachgehen sollte, die viel „Hirnschmalz“ benötigt bzw. kreativer Natur ist. Es ist nicht verwunderlich, wenn er um elf Uhr sein Mittagessen einnimmt, da der Tag schon lange dauert. Um spätestens vier / fünf Uhr Nachmittags ist er dann zu Hause und wird entsprechend früh zu Bett gehen bzw. eher rasch müde werden.

Biorhythmus Late NightDer Late-Night-Typ

…ist eher derjenige, der die frühen Aktivitäten gar nicht nachvollziehen kann und auch gerne zu den Morgenmuffel zählt. Er startet mit der Arbeit so um neun bis zehn um dann langsam in die Gänge zu kommen. Sein Mittagessen wird er erst um 13 Uhr und später einnehmen – wenn überhaupt. Diese Menschen können bis spät in die Nacht arbeiten und erreichen ihr Leistungshoch nicht selten erst in der Nacht zwischen 21 und 22 Uhr! Sie haben auch kein Problem damit, mal bis vier Uhr in der Früh zu rackern. Um diese Zeit könnte er die Arbeit dem Early-Bird-Typen übergeben…

Biorhythmus Mediterraner TypDer Mediterrane-Typ

Der dritte im Bund ist wie der Early-Bird in der Früh schon aktiv und kann sofort los starten. Im Laufe des Vormittags gibt es das Frühstück, das gemütlich genossen wird. Und genau wie der Late-Night, kann dieser Typ auch am Abend lange aktiv sein. Dafür benötigt er jedoch eine Pause zwischen 13 und 16 Uhr, die zum essen und ruhen, manchmal auch zum nachdenken und lesen genutzt wird. Die Siesta dauert zwischen ein und vier Stunden, je nach Gewohnheit und Möglichkeit. Ein genauer Zeitpunkt für ein Leistungshoch kann nicht bestimmt werden, kann jedoch durchaus am Vormittag und am frühen Abend zwei mal am Tag sein. Viele unter uns sind solche Typen, wenige aber nehmen sich die notwendige Zeit für die Siesta, was den Biorhythmus empfindlich stört und das Wohlbefinden generell sinken lässt.

 

Ich wurde mal gefragt: „Was ist aber mit dem, der in der Früh nicht aufkommt und am Abend bald mal müde ist?„. Dieser Mann hatte den Lacher des Publikums auf seiner Seite und er meinte es wohl auch Scherzhaft. Ich entgegnete: „Das ist dann der Typ „Fauler Hund“, aber zu dem kommen wir erst„. Das Gelächter steigerte sich.

Im Ernst: Der Late-Night-Typ dem das Leistungshoch am Abend ausbleibt, hat Handlungsbedarf. Es heißt, dass wir im Schnitt etwa sechs bis neun Stunden Schlaf benötigen – das kann tatsächlich ganz unterschiedlich sein. Über neun Stunden Schlaf sollte hinterfragt werden, wobei auf der Couch liegen und zappen zum Schlaf dazu zählen!

 

 

Ihr Ronald Hanisch